Die Regenschwimmerin von Romy Fölck

  • Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt Wunderlich
  • Autor : Romy Fölck
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 6. Oktober 2026
  • Seitenzahl : ‎ 320 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3805201109
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3805201100

Manchmal braucht es einen Ort, an dem man einfach zur Ruhe kommen kann. Einen Ort, an dem man Abstand gewinnt, durchatmet und vielleicht auch den Mut findet, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Mit Die Regenschwimmerin hat Romy Fölck mich auf eine kleine, idyllische Insel in Schweden entführt. Und was soll ich sagen? Ich wäre am liebsten gleich dort geblieben!

Judiths Leben gerät völlig aus den Fugen, als ihr Mann sie nach fast zwanzig Jahren Ehe verlässt. Hals über Kopf flieht sie nach Schweden, an den Ort, an dem sie als Kind unbeschwerte Sommer verbracht hat.

Dort trifft sie unerwartet auf ihre ehemalige beste Freundin Evi. Die beiden verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, aber auch ein schmerzhafter Streit, der ihre Freundschaft vor vielen Jahren zerbrechen ließ.

Und dann ist da noch Marga, eine ältere Frau, die zurückgezogen in einer kleinen Hütte im Wald lebt. Sie trägt ein trauriges Geheimnis mit sich und hat im Laufe ihres Lebens einen schweren Verlust erfahren.

Drei Frauen, drei ganz unterschiedliche Lebensgeschichten und doch verbindet sie mehr, als man zunächst vermutet.

Mein Leseeindruck

Ich mag Bücher, die mich einfach mitnehmen und für ein paar Stunden den Alltag vergessen lassen. Und genau das hat Romy Fölck mit Die Regenschwimmerin geschafft.

Schon nach wenigen Seiten hatte ich die wunderschöne schwedische Kulisse vor Augen. Die kleine Insel, das rote Gästehaus, der See und diese besondere, leicht melancholische Atmosphäre.

Doch hinter der idyllischen Kulisse steckt eine Geschichte, die mich auch nachdenklich gemacht hat.

Besonders die Begegnung von Judith und Evi hat mich berührt. Zwei Frauen, die einmal unzertrennlich waren und sich nach all den Jahren plötzlich wieder gegenüberstehen. Da sind alte Verletzungen, unausgesprochene Worte und Erinnerungen, die längst nicht vergessen sind.

Ich habe mich beim Lesen gefragt, wie oft wir eigentlich an Dingen festhalten, die uns längst nicht mehr guttun. Und wie schwer es manchmal sein kann, den ersten Schritt zu machen, um etwas wieder in Ordnung zu bringen.

Auch Marga hat mich mit ihrer Geschichte sehr bewegt. Ihre stille Art und das, was sie erlebt hat, verleihen dem Roman eine zusätzliche Tiefe. Ihre Geschichte zeigt auf eine ganz eigene Weise, dass jeder Mensch sein Päckchen zu tragen hat, auch wenn man es ihm vielleicht nicht ansieht.

Was mir besonders gefallen hat, ist der einfühlsame Schreibstil von Romy Fölck. Sie erzählt ruhig und bildhaft, ohne dass es mir langweilig wurde. Die wechselnden Perspektiven und Rückblicke haben mir nach und nach die Zusammenhänge nähergebracht und mich immer tiefer in die Geschichte eintauchen lassen.

Es ist kein Buch, das mit großen Überraschungen oder dramatischen Wendungen aufwartet. Vielmehr sind es die leisen Töne, die Gefühle und die Entwicklung der Figuren, die diese Geschichte für mich so besonders machen.

Mein Fazit

Die Regenschwimmerin ist für mich eine Geschichte zum Innehalten. Zum Nachdenken. Und vielleicht auch ein kleiner Reminder daran, dass es nie zu spät ist, etwas wieder gutzumachen oder noch einmal neu anzufangen.

Ich habe mich in die schwedische Atmosphäre verliebt, mit den drei Frauen mitgefühlt und das Buch mit einem richtig schönen Gefühl beendet.

Ein Roman, der leise daherkommt und trotzdem ganz viel in sich trägt. Nicht kitschig, sondern einfühlsam, tiefgründig und voller Hoffnung.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne Geschichten lesen, die ans Herz gehen und noch ein bisschen nachwirken.

Vielen Dank an Netgalley und Rowohlt für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt.

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