
Keine Angst, Darling – Vera Buck
Millionen wollen sein wie sie. Doch ihr Leben ist eine gefährliche Lüge.
Ich kannte Vera Buck bisher nicht. Auf Instagram ist mir ständig das Cover zu „Keine Angst, Darling“ aufgefallen und nach den ersten Rezensionen wollte ich dieses Buch dann auch unbedingt lesen. Und was soll ich sagen? Es wurde tatsächlich zu einem Highlight für mich.
Schon lange hat mich kein Buch mehr so gepackt wie dieses. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und konnte es erst aus der Hand legen, als ich es beendet hatte.
Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Paula und Lea, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Paula in Deutschland ein durchgetaktetes Leben zwischen Beruf und Familie führt, lebt Lea mit ihrer Familie in der abgeschotteten Luxussiedlung Sancta Familia in Florida.
Lea führt ein Leben, das wirkt, als wäre sie direkt aus den 50er-Jahren in die heutige Zeit versetzt worden. Sie kümmert sich um Mann, Kind und Haushalt, backt Brot, stellt Butter, Zahnpasta und Shampoo selbst her und präsentiert ihren Followern ihre heile Pastellwelt. Als Trad Wife lebt sie ganz bewusst nach der Vorstellung, dass der Mann der Ernährer und das Oberhaupt der Familie ist und die Frau ihre Erfüllung darin findet, sich um Zuhause und Familie zu kümmern.
Dieses Thema war für mich neu und ich fand es gleichzeitig faszinierend und ziemlich befremdlich. Vor allem habe ich mich beim Lesen immer wieder gefragt: Lebt Lea dieses Leben wirklich freiwillig?
Als Lea plötzlich verstummt und keine neuen Videos mehr veröffentlicht, macht sich Paula auf den Weg nach Florida. Sie will wissen, was mit ihrer Schwester passiert ist. Doch Lea ist nicht da und die Erklärungen ihres Mannes lassen Paula immer misstrauischer werden.
Auch Leas Tochter Emma verhält sich merkwürdig.
Und je tiefer Paula in diese scheinbar perfekte Welt eintaucht, desto mehr Risse werden sichtbar.
Ich habe richtig mit Paula mitgefühlt. Ihre Suche, ihre Zweifel und ihre zunehmende Angst waren für mich unglaublich greifbar. Gleichzeitig wollte ich unbedingt wissen, was mit Lea passiert ist und was hinter dieser perfekten Fassade steckt.
Besonders gut gefallen haben mir die kurzen Rückblenden in Leas Leben vor ihrer Ehe mit Matt. Sie geben immer wieder neue Hinweise und lassen einen verstehen, wie sehr sich Lea verändert hat.
Dazwischen gibt es Auszüge aus einem Haushaltsbuch und TikTok-Transkripte, die weitere Puzzleteile liefern. Genau diese Mischung hat mir richtig gut gefallen.
Je weiter man in diese scheinbar perfekte Welt eintaucht, desto beklemmender wird die Geschichte. So mancher kalter Schauer hat mich beim Lesen erwischt.
Besonders deutlich wird, was Manipulation und absolute Kontrolle über einen Menschen anrichten können. Und wenn man glaubt, endlich der Lösung auf der Spur zu sein, kommt die nächste Wendung und man steht wieder bei null.
Ich habe gerätselt, misstrauisch jeden und alles beäugt und mich mehr als einmal gefragt, wem man hier eigentlich noch vertrauen kann.
Was für eine Story! Mich hat dieses Buch wirklich geflasht.
Für mich war „Keine Angst, Darling“ ein absolutes Highlight und definitiv ein Buch, das noch ein bisschen nachwirkt.
Dies war mein erstes Buch von Vera Buck – aber ganz sicher nicht mein letztes.
