
Salzwind von Miriam Georg
Eine bewegende Geschichte voller Gefühle, Schicksalsschläge und einer rauen Nordsee, die mich wieder einmal vollkommen in ihren Bann gezogen hat. 🌊❤️
Manchmal gibt es Geschichten, bei denen man einfach wissen muss, wie es weitergeht. Genau so ging es mir mit „Salzwind“ von Miriam Georg. Nachdem ich bereits im ersten Band mit Cora mitgefiebert habe, war ich natürlich gespannt, wie ihre Geschichte weitergeht. Und ich kann euch sagen: Auch diesmal hat mich die Autorin nicht enttäuscht. Es wird emotional, spannend und stellenweise so aufregend, dass ich beim Lesen stellenweise Schnappatmung bekommen habe.
Das Buch im Überblick
- Titel: Salzwind (Die Sturmland-Saga, Band 2)
- Autorin: Miriam Georg
- Verlag: Rowohlt Taschenbuch
- Seitenanzahl: 592 Seiten
- Erscheinungsdatum: Oktober 2026
- Meine Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5 Sterne)
Worum geht es?
Nachdem Cora Norderney überstürzt verlassen hat, liegt ihr bisheriges Leben als Hauslehrerin in Scherben. Doch wohin soll sie sich wenden? Ohne Beruf und ohne eine Familie, die hinter ihr steht, ist ihre Lage mehr als schwierig. In dieser Zeit droht Frauen in einer solchen Situation schnell das Armenhaus.
Ausgerechnet Alexander Klaasen bereut seine Entscheidung und macht sich auf die Suche nach Cora. Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, dass Emmi ihre Gouvernante vermisst. Auch Alexander selbst möchte Cora zurückhaben. Doch seine Frau ist schwer krank, und seine Mutter drängt ihn zur Rückkehr nach Hamburg. Gleichzeitig sucht auch Onnen nach Cora. Und dann ist da noch Hannes, ihr Ehemann, vor dem sie einst geflohen ist.
Als Hannes unerwartete Unterstützung erhält und ein schwerer Herbststurm die Küste erschüttert, spitzt sich die Lage immer weiter zu. Kann Cora ihrer Vergangenheit wirklich entkommen? Und gibt es für sie und Onnen überhaupt eine gemeinsame Zukunft?
Meine Meinung
Ach, Cora! Ich habe beim Lesen wieder richtig mit ihr mitgelitten. Sie möchte endlich ein Leben führen, in dem sie selbst entscheiden darf, was sie glücklich macht. Doch die gesellschaftlichen Regeln ihrer Zeit machen ihr das Leben unglaublich schwer. Eine Scheidung war damals kaum möglich, und als Frau ohne familiären Rückhalt konnte sie schnell ihre gesamte Existenz verlieren. Da wird einem beim Lesen schon bewusst, wie wenig Freiheit Frauen damals hatten.
Gerade dieser Hintergrund hat mich an der Geschichte besonders beschäftigt. Cora steht zwischen ihren Gefühlen, ihrer Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben und der ständigen Angst, alles wieder zu verlieren. Ich konnte gut nachvollziehen, warum sie immer wieder zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankt. Man möchte ihr manchmal am liebsten zurufen, dass sie endlich glücklich werden soll, und gleichzeitig weiß man, wie schwierig das in ihrer Situation ist.
Auch Alexander und Onnen spielen eine wichtige Rolle. Alexander bereut seine Entscheidung und sucht nach Cora, obwohl sein eigenes Leben alles andere als einfach ist. Seine schwer kranke Frau und der Druck seiner Mutter machen die Situation nicht leichter. Onnen hingegen möchte Cora ebenfalls nicht aufgeben. Und dann ist da noch Hannes, der ihr immer näher kommt.
Besonders eine Wendung hat mich wirklich überrascht. Als Hannes Unterstützung aus einer Richtung erhält, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte, musste ich erst einmal schlucken. Genau solche Momente liebe ich in einem Roman: Wenn man glaubt, die Entwicklung einigermaßen einschätzen zu können, und dann plötzlich alles wieder ganz anders aussieht.
Miriam Georg versteht es einfach, ihre Leserinnen und Leser an die Geschichte zu fesseln. Sie erzählt Coras Schicksal so lebensnah, dass ich beim Lesen immer wieder mit ihr gehofft und gebangt habe. Auch die Rückblicke haben mir sehr gut gefallen. Wir erfahren mehr über Coras Ehe und die Vergangenheit von Onnens Familie. Dadurch werden die Figuren noch greifbarer und man versteht besser, was sie geprägt hat und warum sie so handeln, wie sie es tun.
Eine Inselkulisse, die man fast spüren kann
Was mir ebenfalls wieder richtig gut gefallen hat, ist die Atmosphäre. Miriam Georg beschreibt das Leben auf den deutschen Inseln so eindringlich, dass ich mir alles wunderbar vorstellen konnte. Ich hatte das Gefühl die rauhe See zu spüren, den Sand unter Füßen zu spüren und die kleinen Hütten luden mich bildlich geradzu dazu ein mich ganz ind die Geschichte fallen zu lassen.
Die Insel ist dabei viel mehr als nur eine schöne Kulisse. Sie gehört für mich ganz selbstverständlich zur Geschichte und macht die Handlung noch lebendiger. Man spürt die raue Schönheit der Landschaft, aber auch die Härte des damaligen Alltags.
Der Schreibstil ist bildhaft, flüssig und emotional. Die historischen Hintergründe werden geschickt mit den persönlichen Schicksalen der Figuren verbunden, ohne dass die Geschichte für mich an Lebendigkeit verliert. Ich konnte wunderbar in diese andere Zeit eintauchen und wollte immer wissen, wie es mit Cora, Onnen und den anderen weitergeht.
Mein Fazit
Mit „Salzwind“ hat mich Miriam Georg wieder einmal von Anfang bis Ende gepackt. Die Geschichte ist emotional, spannend und voller Wendungen, mit denen ich nicht immer gerechnet habe. Besonders Coras Schicksal hat mich bewegt, denn sie kämpft nicht nur um ihre Liebe, sondern vor allem um die Möglichkeit, ihr eigenes Leben führen zu dürfen.
Dazu kommen die interessanten, vielschichtigen Charaktere und die beeindruckende Inselkulisse, die ich beim Lesen beinahe körperlich spüren konnte. Ich habe mit Cora mitgefiebert, bei manchen Entwicklungen den Atem angehalten und mich immer wieder gefragt, ob sie endlich eine Chance auf ein glücklicheres Leben bekommt.
Für mich ist „Salzwind“ eine rundum gelungene Fortsetzung, die mich bestens unterhalten und emotional mitgenommen hat. Ich bin sehr froh, dass ich Coras Geschichte weiterverfolgt habe, und kann den Roman allen empfehlen, die historische Geschichten mit starken Figuren, großen Gefühlen und einer ordentlichen Portion Nordseeluft lieben.
Rezensionsexemplar – Danke an den Rowohlt Verlag
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