Böses Blut von Martina Straten

Böses Blut von Martina Straten

Es nicht die offensichtlichen Dinge, die einem Angst machen, sondern das, was sich dahinter verbirgt.

Mit „Böses Blut“ schickt Martina Straten ihre neue Fallanalytikerin Charlotte Sandberg ins Rennen – und ich kann direkt sagen: Dieser Auftakt hat mich wieder richtig gepackt.

Als Charlotte zu einem Tatort in der Eifel gerufen wird, bietet sich ihr ein Bild, das man so schnell nicht wieder aus dem Kopf bekommt. Zwei junge Frauen wurden ermordet und sorgfältig arrangiert, beinahe so, als wären sie Teil eines makabren Kunstwerks. Doch etwas stimmt ganz und gar nicht: Die Körper der Opfer sind nahezu blutleer.

Allein dieser Einstieg hat bei mir schon für die ersten Fragezeichen gesorgt. Was steckt dahinter? Und vor allem: Was für ein Mensch tut so etwas?

Was ich an Martina Stratens Büchern besonders mag, ist, dass sie nicht einfach nur einen spannenden Fall konstruiert. Sie nimmt sich Zeit für ihre Figuren und gibt ihnen eine Geschichte. Und genau das hat mir auch bei Charlotte Sandberg ausgesprochen gut gefallen.

Charlotte ist eine starke Frau, aber eben keine dieser unnahbaren Ermittlerinnen, die scheinbar alles problemlos im Griff haben. Sie ist Mutter einer Teenagertochter, steckt mitten in den Problemen nach der Scheidung und muss sich gleichzeitig in ihrem Beruf behaupten. Dazu kommen die ganz normalen Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt. Gerade diese Mischung macht Charlotte für mich unglaublich authentisch.

Ich konnte mich an vielen Stellen gut in sie hineinversetzen und mochte sie von Anfang an. Sie hat Ecken und Kanten, trifft nicht immer die perfekten Entscheidungen und ist trotzdem eine Frau, die ihren Weg geht.

Auch die übrigen Charaktere haben mir gefallen. Martina Straten zeichnet ihre Figuren lebendig und mit genügend Tiefe, sodass sie für mich nicht einfach nur Statisten in einem Mordfall sind. Jeder bringt seine eigene Geschichte mit und genau das macht die Handlung für mich so interessant.

Der Thriller selbst entwickelt sich eher ruhig. Und genau das fand ich gut. Es wird nicht von der ersten Seite an mit Gewalt und Daueraction um sich geworfen. Stattdessen baut sich die Spannung nach und nach auf. Je weiter ich gelesen habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass sich unter der eigentlichen Geschichte noch etwas ganz anderes verbirgt.

Immer wieder kommen neue Puzzleteile dazu – nur um kurz darauf wieder ein neues Fragezeichen entstehen zu lassen.

Besonders spannend fand ich dabei, dass man als Leser zwar weiß, dass der zunächst Verdächtige nicht der Täter ist, aber trotzdem überhaupt keine Ahnung hat, wohin das Ganze eigentlich führt. Genau diese Situation hat mich immer wieder weiterlesen lassen.

Und dann ist da natürlich das Motiv.

Ich möchte darüber wirklich nicht zu viel verraten, denn hier würde bereits ein kleiner Hinweis zu viel sein. Aber ich habe mich beim Lesen mehr als einmal gefragt, wie tief ein Mensch innerlich verletzt sein muss, um sich auf solch eine grausame Weise mit dem Thema Schönheit auseinanderzusetzen.

Das sind die Momente, in denen ein Thriller für mich mehr wird als einfach nur ein spannender Kriminalfall. Wenn man nach dem Lesen noch darüber nachdenkt, was einen Menschen zu solchen Taten bringen kann.

Martina Stratens Schreibstil mag ich schon aus ihren anderen Büchern sehr gerne. Sie schreibt spannend, aber nicht hektisch, und schafft es, die psychologische Seite ihrer Geschichten immer wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

Auch die Danksagung am Ende habe ich diesmal mit besonderem Interesse gelesen. Dort erzählt Martina, wie die Idee zu „Böses Blut“ entstanden ist. Und nachdem ich die Geschichte gelesen hatte, fand ich es tatsächlich spannend zu erfahren, was hinter dieser ungewöhnlichen Idee steckt. Für mich ist die Umsetzung wirklich gelungen.

„Böses Blut“ ist für mich ein starker Auftakt der neuen Reihe um Charlotte Sandberg. Ein Thriller mit einer interessanten Ermittlerin, einer düsteren Geschichte, psychologischer Spannung und einem Motiv, das definitiv im Gedächtnis bleibt.

Ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Charlotte weitergeht.

Mein Fazit:
Ein ruhiger, aber dadurch nicht weniger spannender Thriller, der sich Stück für Stück in menschliche Abgründe vorarbeitet. Wer psychologische Thriller mit starken Charakteren und einer Ermittlerin mit Ecken und Kanten mag, sollte Charlotte Sandberg kennenlernen.

Rezensionsexemplar l Danke an Martina Straten für die Bereitstellung

Wenn dir die Rezension gefallen hat schaue auch gerne mal hier vorbei!

Rezension: Der StillmacherThriller, Psychothriller

Rezension: Der Stillmacher

SusanneSusanneApril 30, 2024
Rezension: NarbenschwarzWillkommen

Rezension: Narbenschwarz

SusanneSusanneApril 30, 2024

Leave a Reply