Happy Weekend – Arno Strobel

Puh … was war das bitte?!

„Happy Weekend“ startet eigentlich ganz harmlos. Marcel und Katja freuen sich auf einen entspannten Kurztrip zu zweit. Ein schönes Haus am See, ein Wochenende raus aus dem Alltag und einfach mal abschalten. Idylle pur – zumindest in der Vorstellung der beiden.

Denn daraus wird ganz schnell ein Albtraum, der es wirklich in sich hat.

Auf einer Raststätte wird der Koffer aus Marcels Auto gestohlen. Darin befindet sich etwas, das für ihn einen besonderen Wert hat und das er unbedingt zurückhaben möchte. Zum Glück hat Katja einen GPS-Tracker im Koffer, sodass die beiden seine Spur verfolgen können.

Was zunächst wie eine ziemlich simple Suche beginnt, entwickelt sich allerdings immer mehr zu einem perfiden Spiel.

Schon während der ersten Verfolgung hatte ich einen Verdacht. Den habe ich dann wieder verworfen … nur um später erneut darauf zurückzukommen. Und genau so ging es eigentlich die ganze Zeit weiter. Kaum glaubte ich, eine Spur gefunden zu haben, kam schon wieder etwas, das meine Gedanken komplett durcheinandergebracht hat.

Denn Marcel kennt die Gegend sehr gut. Er hat hier früher als Polizist gearbeitet und genau diese Vergangenheit holt ihn nun mit voller Wucht ein.

Besonders die Kapitel rund um den „Mechaniker“ haben es mir angetan. Und mit „angetan“ meine ich jetzt nicht unbedingt im positiven Sinne. Dieser Typ hat mich wirklich in die tiefsten Abgründe seiner Gedanken und seiner Seele blicken lassen. Was er sich da ausgedacht hat, ist einfach nur brutal, grausam und teilweise kaum vorstellbar.

Eine Maschine, die Menschen auf grausamste Weise tötet und dabei einem ganz bestimmten Zweck dient: Vergeltung am Mörder seines Mentors, dem sogenannten „Lenker“.

Mein Puls hat beim Lesen definitiv eine Berg-und-Tal-Fahrt hingelegt. Mein Kopfkino lief auf Hochtouren und ich habe mir die unterschiedlichsten Szenarien ausgemalt. Und obwohl die Geschichte teilweise wirklich heftig und brutal ist, konnte ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen.

Ich glaube, so oft wie mir beim Lesen ein „WTF“ entwischt ist, hab ich es noch in meinem Leben gedacht.

Was ich ebenfalls spannend fand: Marcel ist nicht unbedingt der, für den man ihn zunächst hält. Seine Vergangenheit spielt eine entscheidende Rolle und zieht nach und nach auch Menschen aus seinem früheren Umfeld in diesen Albtraum hinein.

Seine Zweifel an sich selbst haben mich dabei immer wieder beschäftigt. Vor allem die Frage, ob man etwas wirklich vergessen oder verdrängen kann, wenn es einen eigentlich sein ganzes Leben begleitet.

Die Figuren sind insgesamt gut gezeichnet, auch wenn für mich die ein oder andere etwas blasser geblieben ist. Dafür hat mich das rasante Tempo absolut überzeugt. Kaum ist man aus einer Situation heraus, landet man schon mitten in der nächsten. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht – und für ausführliche Spekulationen eigentlich auch nicht.

Dazu kommt Arno Strobels flüssiger und sehr bildhafter Schreibstil, durch den sich die einzelnen Szenarien förmlich vor meinem inneren Auge abgespielt haben.

Und dann dieses Ende! Mit diesem Paukenschlag hatte ich so nicht gerechnet. Eine meiner Vermutungen ging zwar tatsächlich in eine ähnliche Richtung, aber die Auflösung war dann doch anders, als ich erwartet hatte.

Mein Fazit

Brutal. Grausam. Beklemmend. Und für mich ein absoluter Pageturner.

„Happy Weekend“ hat mich innerhalb weniger Stunden durch die Seiten gejagt. Die Geschichte ist nichts für zartbesaitete Leser und definitiv kein entspannter Wochenendtrip – dafür sorgt Arno Strobel schon sehr schnell.

Ich hatte Gänsehaut, Kopfkino und mehr als einmal ein WTF auf den Lippen und genau deshalb konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen.

Für mich ein richtig fieser Psychothriller, der seinem Titel eine ganz eigene Bedeutung gibt

Rezensionsexemplar – Danke an Netgalley und den Verlag

  • Herausgeber ‏ : ‎ FISCHER Taschenbuch
  • Autor : Arno Strobel
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 26. August 2026
  • Seitenzahl ‏ : ‎ 368 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3596712971
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596712977

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