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Am Abgrund balanciert es sich am besten

von Fiona Lucas

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Das Glück ist immer ein Wagnis, aber manchmal lohnt es sich!

2 Jahre, 9 Monate und 8 Tage ist es her, dass Spencer gestorben ist. Anna ist erst Anfang Dreißig und verwitwet. Der Schmerz will nicht nachlassen – bis ein Fremder in ihr Leben tritt, der vielleicht alles für immer verändern wird.

Anna verliert durch einen tragischen Unfall ihren Mann Spencer. Selbst nach fast 3 Jahren fällt ihr das loslassen noch immer schwer. An ganz schlimmen Tagen, verkriecht sie sich im Schrank, zwischen seinen Kleider und ruft sein Handy an um sich auf seiner Mailbox alles von der Seele zu reden. Bis sie eines Tages Antwort bekommt. Doch es ist nicht Spencer der zu ihr spricht. Brody gibt Anna das Gefühl endlich verstanden zu werden. Immer häufiger telefonieren die beiden miteinander, geben sich gegenseitig einen Halt, denn auch Brody hat sich aus dem zurückgezogen.

Anna fasst langsam wieder Fuß in der Gesellschaft, geht aus, trifft sich mit Freunden. In ihren Gedanken ist jedoch immer Brody. Ob die beiden es schaffen zueinander zu finden?

Meine Meinung:

Auf den ersten Seiten war ich mir noch ziemlich unsicher, ob ich die Geschichte überhaupt lesen mag, doch dann kam ein Punkt, der einen Schalter umgelegt hat und ich konnte den E – Reader nicht mehr aus der Hand legen.

Fiona Lucas erzählt Annas Geschichte in einer Lebendigkeit, die zwar begleitet wird von einer melancholischen Stimmung, jedoch dem Leser nie das Gefühl gibt, von der ausströmenden Trauer erdrückt werden. Der Schreibstil ist leicht,dennoch sehr eindringlich und berrührend, man fühlt sich schnell in das Leben von Anna versetzt. Ich konnte so mit ihr fühlen und weinen. Emotionen, die ich erfolgreich in eine Kiste verpackt hatte, kamen wieder zum Vorschein, doch mit dem Schlusswort, konnte ich sie dann wieder erfolgreich verschließen. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet. Ich konnte mich sowohl in Anna, wie auch in Brody hineinversetzen, konnte mein Herz öffnen und mit den beiden den steinigen Weg gehen, der ihnen vorbestimmt war. Auch die Nebencharaktere sind sehr facettenreich in Erscheinung getreten. Da wäre als Beispiel Gayle, Spencers Mutter, die ebenfalls zutiefst von dem Schicksal ihres Sohnes betroffen ist, in ihrer Trauer regelrecht versinkt und an etwas festhält, das nicht mehr da ist. Sie wird ungerecht und böse, löste Gefühle in mir aus, die ich nur zu gut nachvollziehen konnte.

Ein melancholischer, tief bewegender Roman, der mit seiner Thematik voll und ganz bei mir punkten konnte. Fiona Luca vereint, Liebe, Trauer und Loslassen miteinander. Die Liebe die man verloren hat, das Loslassen ohne zu vergessen und die Trauer, die einem immer in einem gesunden Maß begleiten darf. Auch der familiäre Aspekt kommt dabei nicht zu kurz. Man lernt Spencers Familie, seine Mutter, die mit allen Mitteln versucht an ihm festzuhalten und Anna zur schuldigen macht. Besonders gut gefiel mir dabei, das zarte Band der Freundschaft, das sich zwischen Anna und Brody geknüpt hat, zwei Fremde, die ein schweres Schicksal miteinander tragen. Es scheint, als hätten magische Kräfte die beiden zueinander geführt.

Belletristik

Rezension: Elternhaus

Susanne BarlangSusanne BarlangApril 30, 2024

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