
Das Haus Faber-Castell – Träume in Farbe von Elke Becker
Wenn Träume Farbe bekennen und Frauen ihren eigenen Weg gehen
Kennt ihr diese Bücher, bei denen man eigentlich nur „mal kurz ein paar Seiten“ lesen möchte und plötzlich sind zwei Stunden verschwunden? Genau so erging es mir mit „Das Haus Faber-Castell – Träume in Farbe“ von Elke Becker. Mit einer Tasse Tee habe ich mich eingekuschelt und bin komplett in diese Geschichte eingetaucht.
Wir reisen zurück ins Jahr 1847 nach Stein bei Nürnberg und lernen zwei Frauen kennen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Ottilie Richter aus einer wohlhabenden, kunst- und bildungsbegeisterten Familie und Elise Seidel, eine verwitwete Hebamme, die täglich mit der Not der Arbeiterfamilien konfrontiert wird.
Ottilie möchte mehr, als nur die Erwartungen ihrer Familie zu erfüllen. Sie träumt davon, Künstlerin zu werden und selbst über ihr Leben zu bestimmen. Gleichzeitig entwickelt sich ihre Freundschaft zu Lothar Faber zu etwas Tieferem – doch Liebe, Familie und gesellschaftliche Erwartungen machen es ihr nicht gerade leicht.
Elise wiederum kämpft auf ihre ganz eigene Weise für die Menschen, die kaum eine Stimme haben. Sie schaut hin, wo andere lieber wegsehen, und genau diese Stärke hat mir an ihr besonders gefallen.
Besonders berührt hat mich die Verbindung zwischen diesen beiden Frauen. Obwohl sie aus völlig verschiedenen Welten kommen, finden sie zueinander. Beide müssen lernen, für sich selbst einzustehen und herausfinden, was sie wirklich vom Leben wollen. Gerade Ottilies persönliche Geschichte und ihre Erfahrungen mit mehreren Fehlgeburten haben mich sehr bewegt. Da hatte ich schon den einen oder anderen Kloß im Hals.
Und natürlich spielt auch die Geschichte des Hauses Faber-Castell eine wichtige Rolle. Dabei geht es aber nicht einfach um Jahreszahlen und trockene Unternehmensgeschichte. Elke Becker erzählt von Menschen, ihren Visionen, ihren Entscheidungen und auch von der Verantwortung, die mit Erfolg und gesellschaftlicher Stellung einhergeht. Dadurch wirkt die Geschichte für mich sehr lebendig.
Was mir ebenfalls gefallen hat, ist die Atmosphäre. Ich konnte mir das damalige Stein richtig gut vorstellen und hatte beim Lesen das Gefühl, mitten in dieser Zeit zu stehen – zwischen prachtvollen Räumen, Fabrik und den einfachen Lebensverhältnissen der Arbeiterfamilien.
Mein Fazit
„Das Haus Faber-Castell – Träume in Farbe“ ist für mich weit mehr als die Geschichte eines bekannten Unternehmens. Es ist eine Geschichte über Liebe, Familie, Freundschaft, gesellschaftliche Grenzen und vor allem über Frauen, die den Mut haben, ihren eigenen Weg zu suchen.
Ich habe Ottilie und Elise sehr gerne begleitet und mit beiden mitgefühlt, mich geärgert, gehofft und manchmal auch einfach gedacht: Mensch Mädel, mach doch einfach!
Eine warmherzige und emotionale historische Familiensaga, die mich richtig mitgenommen hat und noch eine Weile in mir nachklingen wird.
Gelesen als Ebook – Selbstgekauft – Das Print wurde mir von Elke Becker sowie Buchmomente Leseagentur zur Verfügung gestellt
- Herausgeber : Heyne Verlag
- Autor : Elke Becker
- Erscheinungstermin : 16. September 2026 Ebook seit 01,09.2026 erhältlich
- Seitenzahl : 464 Seiten
- ISBN-10 : 3453444108
- ISBN-13 : 978-3453444102
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