
Der Sarg von Arno Strobel – Ein Psychothriller in neuer Aufmachung
Manche Ängste sind zeitlos. Eine davon ist wohl die Vorstellung, lebendig begraben zu werden. Genau diese Urangst greift Arno Strobel in seinem Psychothriller „Der Sarg“ auf, der ursprünglich 2013 erschienen ist und nun vom Fischer Taschenbuch Verlag in einer Neuauflage präsentiert wird. Doch kann die Geschichte auch heute noch für Gänsehaut sorgen?
roduktinformation
- Herausgeber : FISCHER Taschenbuch
- Autor : Arno Strobel
- Erscheinungstermin : 27. Mai 2026
- Auflage : 3. Auflage, Neuausgabe
- Seitenzahl : 384 Seiten
- ISBN-10 : 3596713242
- ISBN-13 : 978-3596713240
Worum geht es?
In Köln geht die Angst um. Ein Serientäter entführt Frauen und begräbt sie bei lebendigem Leib. Obwohl er der Polizei Hinweise zukommen lässt, kommen die Ermittler immer wieder zu spät. Für die Opfer gibt es keine Rettung.
Gleichzeitig wird Eva Nacht für Nacht von einem Albtraum verfolgt. Sie wacht in einem engen Sarg auf, gefangen in völliger Dunkelheit. Die Panik fühlt sich erschreckend real an, doch irgendwann bleibt es nicht mehr bei den nächtlichen Schrecken. Eva entdeckt Blutergüsse und Kratzspuren an ihrem Körper.
Als schließlich ihre Halbschwester ermordet in einem Sarg aufgefunden wird, verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit immer mehr. Was geschieht mit Eva? Und gibt es eine Verbindung zwischen ihren Erlebnissen und den grausamen Verbrechen?
Meine Meinung
Allein die Vorstellung, lebendig begraben zu werden und in einem engen Sarg um Luft und einen Ausweg kämpfen zu müssen, finde ich ausgesprochen beklemmend. Arno Strobel nutzt diese Urangst geschickt, um eine Geschichte aufzubauen, bei der man als Leser unbedingt hinter das Geheimnis kommen möchte.
Besonders Evas Erlebnisse haben meine Neugier geweckt. Ihre Albträume wirken so real, dass man sich unweigerlich fragt, was tatsächlich dahintersteckt. Bildet sie sich alles nur ein, verliert sie langsam den Bezug zur Wirklichkeit oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Genau dieses Rätsel macht für mich einen großen Reiz der Geschichte aus.
Durch die wechselnden Perspektiven erhält man Einblicke sowohl in Evas beängstigende Erlebnisse als auch in die Ermittlungen der Polizei. Dadurch entwickelt sich die Handlung auf mehreren Ebenen, und nach und nach kommen neue Fragen hinzu. Ich wollte wissen, wie alles zusammenhängt und welche Erklärung sich hinter den Ereignissen verbirgt.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Strobel setzt dabei weniger auf blutige Szenen als auf psychologische Spannung und das Kopfkino. Gerade bei einem Thema wie diesem braucht es meiner Meinung nach keine ausführlichen Gewaltdarstellungen, um eine beklemmende Wirkung zu erzielen. Die Vorstellung allein reicht schon aus, um für Gänsehaut zu sorgen.
Ganz überzeugen konnten mich allerdings nicht alle Dialoge. Vor allem bei den polizeilichen Ermittlungen wirkten manche Gespräche auf mich etwas hölzern und stellenweise wenig natürlich. Das hat meinen Lesefluss gelegentlich gebremst.
Dafür punktet die Geschichte mit ihrer Auflösung. Bei einem Psychothriller möchte ich nicht schon früh ahnen, worauf alles hinausläuft. Ich möchte miträtseln, meine eigenen Vermutungen anstellen und am Ende vielleicht noch einmal überrascht werden. Genau deshalb gehört ein gelungenes Finale für mich zu den wichtigsten Bestandteilen dieses Genres.
Die Neuauflage
Mit der Neuauflage von Der Sarg bringt der Fischer Taschenbuch Verlag einen bereits 2013 erschienenen Psychothriller in neuer Aufmachung zurück. Die Geschichte beschäftigt sich mit Ängsten, die auch Jahre später nichts von ihrer Wirkung verloren haben.
Wer das Buch bisher noch nicht kennt, bekommt damit eine Gelegenheit, den Thriller neu zu entdecken. Und auch für Fans von Arno Strobel, die ihre Sammlung ergänzen möchten, dürfte die Neuauflage interessant sein.
Mein Fazit
Dass der Thriller bereits 2013 erschienen ist und nun in einer Neuauflage zurückkehrt, zeigt, dass manche Themen einfach zeitlos sind. Die Angst vor der Dunkelheit, dem Eingeschlossensein und dem Verlust der Kontrolle dürfte wohl auch heute noch viele Leser beschäftigen.
Der Sarg ist ein Psychothriller, der mit einer beklemmenden Grundidee, rätselhaften Ereignissen und einem spannenden Verwirrspiel überzeugt. Besonders die Frage, was hinter Evas nächtlichen Erlebnissen steckt, hat mich neugierig gehalten. Auch wenn mich einige Dialoge nicht vollständig überzeugen konnten, hat mir die Geschichte insgesamt spannende Lesestunden beschert.
Rezensionsexemplar l Danke an Netgalley und Fischer Verlage

