
Die Verlorene – Miriam Georg
- Herausgeber : FISCHER
- Autor : Miriam Georg
- Erscheinungstermin : 27. August 2025
- Seitenzahl : 512 Seiten
- ISBN-10 : 3758700302
- ISBN-13 : 978-3758700309
#DieVerlorene #Netgalley
Mein Leseeindruck
Familiengeheimnisse üben auf mich immer eine besondere Faszination aus. Wenn dann noch verschiedene Zeitebenen miteinander verwoben werden und die Vergangenheit nach und nach ihre Geheimnisse preisgibt, bin ich meist sofort gefesselt. Genau das ist Miriam Georg mit Die Verlorene gelungen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Laura, die eigentlich allen Grund hätte, glücklich zu sein. Sie erwartet ein Wunschkind und doch spürt sie eine innere Leere, die sie sich selbst nicht erklären kann. Als ihre geliebte Großmutter Änne schwer erkrankt und stirbt, wird Laura bewusst, wie wenig sie eigentlich über die Geschichte ihrer eigenen Familie weiß. Auf der Suche nach Antworten begibt sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit und stößt dabei auf Geheimnisse, die über Generationen hinweg verborgen geblieben sind.
Parallel dazu begleitet der Leser Änne viele Jahrzehnte zuvor. Ihre Welt beschränkt sich weitgehend auf die Dachkammer eines Gutshofes. Freiheit kennt sie kaum. Erst die Begegnung mit Karl verändert ihr Leben grundlegend und setzt Ereignisse in Gang, deren Auswirkungen noch viele Jahre später spürbar sind.
Besonders gefallen hat mir die Verbindung der beiden Zeitebenen. Nach und nach fügen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen und offenbaren eine bewegende Familiengeschichte voller Liebe, Verlust, Hoffnung und schwerer Entscheidungen. Immer wieder stellte ich mir die Frage, wie gut wir unsere eigene Familiengeschichte tatsächlich kennen und welche Geheimnisse vielleicht bis heute verborgen geblieben sind.
Miriam Georg erzählt die Geschichte einfühlsam und mit viel Gespür für ihre Figuren. Sowohl Laura als auch Änne wirkten auf mich lebendig und authentisch. Ihre Gedanken, Sorgen und Gefühle waren nachvollziehbar und haben dafür gesorgt, dass ich mich ihnen schnell verbunden fühlte.
Besonders berührt hat mich die Entwicklung der Figuren und die Erkenntnis, wie sehr die Entscheidungen früherer Generationen das Leben ihrer Nachkommen beeinflussen können. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, dass die Vergangenheit niemals wirklich abgeschlossen ist und oft länger nachwirkt, als man vermuten würde.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und atmosphärisch. Die Seiten ließen sich mühelos lesen und die Geschichte entwickelte einen stetigen Sog, der mich immer tiefer in die Familiengeschichte hineinzog.
Fazit
Die Verlorene ist ein bewegender Familienroman über Herkunft, Identität, Liebe und die Frage, wie gut wir unsere eigene Familie wirklich kennen. Miriam Georg verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise und erzählt eine Geschichte, die lange nachhallt.
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Danke an Netgalley und den Fischer Verlag
