Hackmesserseite von Tom Glasauer

  • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published
  • Autor : Tom Glasauer 
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 15. Oktober 2026
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 416 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8185013298

Ein Krimi aus meiner pfälzischen Heimat

Die Hackmesserseite – der Name war mir natürlich ein Begriff, denn damit sind die grenznahen Ortschaften in der Südwestpfalz gemeint. Als Pfälzerin hat das Buch deshalb sofort meine Aufmerksamkeit geweckt. Ich war gespannt, was Tom Glasauer daraus macht, und wurde nicht enttäuscht.

Zwei Ermittler, die sich gut ergänzen

Am Rand des Pfälzerwaldes wird die Leiche eines Lehrers gefunden. Zollfahnder Karsten Lohoff soll die Polizei bei den Ermittlungen unterstützen. Die Kommissarin Zuza Aschenborn ist davon zunächst wenig begeistert. Die beiden sind durchaus eigenwillige Charaktere, doch mit der Zeit merkt man, wie gut sie sich bei ihrer Arbeit ergänzen.

Was mir an dem Ermittlerduo besonders gefallen hat: Obwohl beide ihre Geheimnisse haben und nicht alles voneinander wissen, funktioniert die Zusammenarbeit richtig gut. Sie wachsen zu einem Team zusammen, ohne dass dafür ständig alles ausgesprochen werden muss.

Auch das Privatleben der beiden bleibt im Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen der Mordfall, die Spuren und die Ermittlungen. Das hat mir gut gefallen, denn so bleibt man nah am Geschehen und kann sich ganz auf die Frage konzentrieren, was tatsächlich hinter der Tat steckt.

Ein Mordfall mit historischen Wurzeln

Der Fall entwickelt sich komplizierter, als es zunächst scheint. Über den ermordeten Lehrer kommt einiges ans Licht, doch damit ist längst nicht alles erklärt. Ein Dokument aus dem Jahr 1793 spielt eine wichtige Rolle und führt die Ermittlungen weit in die Vergangenheit zurück. Die Zeit der Französischen Revolution und ein alter Verrat sind dabei eng mit der Geschichte verbunden.

Dazu kommt eine weitere Figur, deren Beweggründe noch einmal eine andere Seite des Falls zeigen. Tom Glasauer legt falsche Fährten und lässt die Zusammenhänge lange im Dunkeln.

Gerade diese Verbindung aus einem aktuellen Mordfall und den historischen Hintergründen fand ich interessant. Man merkt, dass mehr dahintersteckt, als man zunächst vermutet, und muss sich mit schnellen Schlussfolgerungen zurückhalten.

Dehäm is Dehäm!

Als Pfälzerin hat mir natürlich auch der regionale Bezug gefallen. Es ist schön, wenn man beim Lesen eine Verbindung zur eigenen Heimat hat und sich die Gegend gut vorstellen kann. Dazu kommt der Pfälzer Dialekt, der für mich einfach dazugehört und die Geschichte authentisch macht.

Die Region ist nicht nur irgendeine Kulisse, sondern passt zum Geschehen und zur Atmosphäre des Romans. Gleichzeitig zeigt Tom Glasauer eine eher düstere Seite der Südwestpfalz. Hier geht es nicht um gemütliche Krimiunterhaltung, sondern um einen Mordfall mit Geheimnissen, offenen Fragen und überraschenden Zusammenhängen.

Und ganz ehrlich: Wenn man seine Heimat beim Lesen wiedererkennt, macht das Ganze gleich noch einmal so viel Spaß. Dehäm is halt Dehäm!

Schreibstil und Gesamteindruck

Der Schreibstil ist direkt und schnörkellos. Mit seinen 416 Seiten nimmt sich der Roman Zeit für die Ermittlungen und die Hintergründe. Für mich funktioniert das gut, weil der Fall nicht einfach nach einem offensichtlichen Muster abläuft und die Figuren ihre Ecken und Kanten behalten.

Besonders gefallen haben mir das Zusammenspiel von Lohoff und Aschenborn und die Tatsache, dass die Ermittlungen im Mittelpunkt stehen. Die beiden müssen nicht ständig von privaten Problemen abgelenkt werden, sondern können sich auf ihre Arbeit konzentrieren. Gleichzeitig bleiben sie geheimnisvoll genug, dass ich gerne mehr über sie erfahren würde.

Mein Fazit

Hackmesserseite hat mir richtig gut gefallen. Der Kriminalfall ist verzwickt, das historische Dokument aus dem Jahr 1793 bringt eine spannende zusätzliche Ebene hinein, und der Rächer sorgt dafür, dass man die Hintergründe nicht zu schnell aufdeckt.

Dazu Lohoff und Aschenborn, die als Team wunderbar funktionieren, obwohl sie selbst nicht alle Karten auf den Tisch legen. Und natürlich meine pfälzische Heimat, die mit ihrer Atmosphäre und dem Dialekt einen besonderen Platz in der Geschichte einnimmt.

Für mich ist Hackmesserseite ein gelungener Auftakt, der mich zum Miträtseln gebracht hat und Lust auf einen weiteren Fall mit Lohoff und Aschenborn macht.

Und um es mit Lohoffs Lieblingswort zu sagen: Passt!

Rezensionsexemplar – Danke an Tom Glasauer

Weitere Rezensionen findest du HIER!

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