Tödliches Verderben von Karin Slaughter

Karin Slaughter hat es wieder geschafft: Ich war von Anfang an mitten in der Geschichte und durfte mich durch ein ziemlich verzwicktes Puzzle aus Lügen, Geheimnissen und alten Verbindungen arbeiten.

„Tödliches Verderben“ ist der zweite Band der North-Falls-Reihe und knüpft direkt an den ersten Teil an. Deshalb würde ich tatsächlich empfehlen, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen gerade weil, wie ich finde, Emmys persönliche Geschichte eine wichtige Rolle spielt.

Nach dem Tod ihres Vaters, Sheriff Gerald Clifton, steht Emmy kurz davor, seine Nachfolge anzutreten. Doch bevor sie überhaupt richtig in ihre neue Rolle hineinwachsen kann, trifft sie der nächste schwere Schicksalsschlag: Auch ihre Mutter stirbt. Die vergangenen Monate haben deutliche Spuren bei Emmy hinterlassen und man merkt, wie sehr sie versucht, trotzdem weiterzumachen.

Auch beruflich läuft es alles andere als rund. Nicht alle in ihrem Team stehen hinter ihr und Emmy muss sich ständig behaupten.

Eine Polizistin in ihrem eigenen Haus brutal erschossen und Emmy übernimmt die Ermittlungen.

Was zunächst wie ein einzelner Mord aussieht, entwickelt sich schnell zu etwas viel Größerem. Je tiefer Emmy gräbt, desto mehr Fragen tauchen auf. Die einzelnen Puzzleteile wollen einfach nicht zusammenpassen und auch ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass mir ein wichtiges Stück fehlt.

Zum Glück bekommt Emmy Unterstützung von ihrer Schwester Jude, einer ehemaligen FBI-Agentin. Gemeinsam versuchen die beiden, Licht in das Dickicht aus Lügen und Schweigen zu bringen.

Und genau diese Kombination aus Emmys Ermittlungen und ihrer persönlichen Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Karin Slaughter nimmt sich viel Zeit für ihre Figuren und lässt sie nicht einfach nur einen Fall lösen. Emmy ist verletzlich, angeschlagen und trotzdem unglaublich hartnäckig. Gerade ihre persönliche Entwicklung macht die Geschichte für mich besonders interessant.

Natürlich darf auch ein gesellschaftlich schwieriges Thema nicht fehlen. Slaughter beschäftigt sich mit häuslicher Gewalt und den psychologischen Mechanismen, die Menschen in solchen Beziehungen festhalten können. Das wird eindringlich und glaubwürdig erzählt und fügt sich sehr gut in die Handlung ein.

Was ich an Karin Slaughters Thrillern immer wieder mag, sie baut ihre Geschichten komplex auf, legt immer wieder neue Spuren und lässt einen lange im Dunkeln tappen.

Und genau das war auch hier wieder der Fall.

Immer wenn ich dachte, jetzt hätte ich verstanden, wie alles zusammenhängt, kam eine neue Wendung und ich durfte mein schönes gedankliches Puzzle wieder auseinandernehmen.

Mein Fazit

„Tödliches Verderben“ ist für mich ein richtig starker zweiter Band.

Ein komplexer Fall, vielschichtige Charaktere, emotionale Momente und eine Handlung, die sich erst nach und nach zu einem großen Ganzen zusammensetzt.

Rezensionsexemplar – Danke an Netgalley und HarperCollins

  • Herausgeber ‏ : ‎ HarperCollins Hardcover
  • Autor : Karin Slaughter 
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 28. Juli 202
  • Seitenzahl ‏ : ‎ 560 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365014691
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365014691

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